neil@dotatelier.com
Ich finde die Idee von Resultatlosigkeit sehr gut. Es hat was von kollektivem Bewusstsein, was wir nicht haben: dass Wissen und Kultur überhaupt nicht individuell sind, sondern ein Prozess, woran alle beteiligt sein könnten. Das hat Hampe gut rübergebracht mit seinem Socrates Beispiel. Es geht nicht darum, dass ich die richtigen Ideen in einem tollen Buch geschrieben habe, sondern dass die Ideen gepflegt und manche dadurch klüger werden.
Die Geschichten und Kunstwerke von den Aborigines hatten das auch. Eine Geschichte wird erzählt, gelernt aber dann auch verbessert und weitergetrieben im Erzählen. In eine Felsoberfläche wird geritzt von mehreren Leuten und dies gepflegt von ihren Nachfolgern, neue Bilder hinzugefügt... Die alten Ritzungen wurden aufgefrischt. So ward Kunst über Generationen und Jahrtausende vom Kollektiv gemacht. Es erscheint uns als vollendet, als Resultat, weil die Kultur von unserem Eindringen beendet wurde. // 'es scheint beendet' das scheint mir zentral, denn der Schein trügt
> (Orientierungslosigkeit) - vielleicht kommen einige deshalb wieder
> zurück zu alten Traditionen.....Danke für die australische Aufdröselung! Christine.mok-wendt@uni-konstanz.de
>
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Samstag, 1. November 2014
Dienstag, 10. Februar 2009
KUNSTE !

Philosophiere! - "KUNSTE" ?
Liebe kritische LeserIn, Mike Roth hat im >OrientierungsLos< (2008) den Beitrag „Philosophische LebensART – ohne Götter leben“.
Wir sprachen darüber. Hier einige Anmerkungen:
1 JA, hier ist Einiges hineingepackt. Zwei Themen sind im Titel angekündigt:
1a A R T
1b ohne Götter
Last things first! Sein Referat „ohneGötter090202“ im Seminar zum Buch hat V.M. Roth mit neuen Fundstücken aus der frühen griechischen Literatur / Philosophie begonnen. Siehe feigenblaetter.blogspot.com ANTIPHON & SISYPHOS in Korinth (25.JAN09)!
Dies verbindet das Thema 1b „ohne Götter“ mit den Anfängen der Philosophie. These: Philosophie tritt auf als ein Denken-ohne-Götter. Die mythische Figur des Sisyphos (aus dem dem Philosophen Kritias zugeschriebenen Satyrspiel) und des vielleicht ersten philosophischen Praktikers Antiphon werden in Roths Lese aus UEBERWEG 2/1 als Protagonisten für listige / fürsorgliche philosophische Lebensart „ohne Götter“ fast verschmolzen. Sisyphos befreit sich selbst philosophierend von unbegründeter Angst vor den „Strafen der Götter“, Antiphon therapiert diese verbreitete Angststörung in seiner philosophischen Praxis am Markt der von Sisyphos gegründeten Handelsstadt Korinth.
Zum Thema 1b ART / Lebenskunst. Gerd Achenbach könnte Sisyphos wohl einen „Halodri“-Lebenskünstler nennen. Das professionelle Ziel des Kollegen Antiphon würde er mit „Lebenskönnerschaft erreichen“ angeben.
Wenn ein Leben ohne Götter als Lebensform umrissen werden kann, wird in LebensART ein anderer Akzent gesetzt: „Kunste!“
Im Text steht dies als 11. (!) (An-)Gebot – eine leise Selbstironisierung? Oder „Kunste!“ als Höhepunkt? ´Kunste` ist ein Kunstwort. Aber was ist der Gedanke?
Nun, KUNST ist bekannt. In der Neubildung „Kunste!“ schwingt also diese bekannte Wortbedeutung von (hoher) KUNST mit – erweitert bloß um die Tätigkeitsmarkierung „+e!“. In der Kombination von „KUNST + e“ wird, wenn ich nicht irre, die hohe KUNST zugleich tiefer gehängt. JA, so geht auch Werbesprache vor. In der Meinung, dass sich etwas zeigt (ohne durch mehr Wörter expliziert werden zu müssen).
Dabei bleibt es aber nicht. Fortsetzung folgt.
Sonntag, 25. Januar 2009
kopfkrank ?
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Thomas Linz
Donnerstag, 18. September 2008
Roth

Volkbert M. Roth, Privatdozent an der Uni Konstanz, Philosophie. Sprach- und Familien-therapie. SinnPraxis im Feigenbaum, Insel Reichenau und auf Reisen. Kunsten & Philoso-phieren. Philosophieren & Schweifen in der Natur. Sozial/Kulturphilosophie. Philosophiegeschichten, Religion & Philosophie.
Als Alternative zu religiöser Orientierung sind die „10 Angebote“ des Evolutionären Humanismus propagiert worden. In Mike Roths Text Philosophische LebensART wird „11. Kunste!“ angefügt und es wird sprachphilosophisch der Bogen geschlagen bis zur Sterbenskunst. Auch in unseren Werkstattgesprächen wurde die Gretchenfrage: ‚Sag, wie hältst Du´s mit philosophischem Selberdenken und Religion?’ intensiv diskutiert.
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