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Sonntag, 23. November 2014

GEMEINSAM Philosophieren


Liebe alle

nach dem Video von Ran mit Detlef www.philopractice.org
hier nun das Interview von Willi mit 
Mike Roth und Christine Mok-Wendt:
http://www.philopractice.org/mike-roth-und-christine-mok-wendt
Liebe Grüsse                      Detlef Staude


  
Gemeinsam Philosophieren
Interviewer Willi Fillinger, Philosophische Praxis kopfvoran in Zürich

Hallo Christine! Hallo Mike!

gemeinsam: Hallo Willi!


Willi:  Ihr führt zusammen eine philosophische Praxis, ihr nennt sie >SinnPraxis<, - in Konstanz. Wie geht das? Wie arbeitet ihr zusammen? Christine:  Also, ich denke, das ist eine gute Ergänzung, da wir keinen "cut" zwischen philosophischer Praxis und der Universität machen und wir beide in unterschiedlichen Positionen an der Universität tätig sind, ich als Doktorandin, Mike als Dozent - ergänzen wir uns, indem ich noch näher an den studierenden bin, Mike mehr an der universitären Philosophie und wir das auch in unsere philosophische Praxis nehmen. Mike:  Ja, >universitäre Philosophie< - : die Themen, die uns beschäftigen, sind relevant  für philosophische Praxis. Und als Beispiel: Christine hat sich gründlich mit dem Begriff NATUR auseinandergesetzt in ihrer Magisterarbeit - im Zusammenhang: einen Ausgangspunkt zu finden fürs Philosophieren mit Kids! Sie hat eine ganz anspruchsvolle Perspektive: es geht um nicht weniger als DIE WELT ZU RETTEN, unsere Welt, in der es möglich bleiben soll, dass philosophierende Menschen leben können (Hans Jonas). Wenn wir nämlich so weitermachen, wie wir es gerade tun, wird das nicht mehr lange möglich sein. Willi: UND das macht ihr hauptsächlich innerhalb der Universität  - oder: ihr macht auch ein Angebot gegen Außen ... Christine:  Also, meine schriftliche Arbeit muss ich natürlich für die Universität verfassen. Aber es ist so, dass wir (in der SinnPraxis) einen Literaturkreis haben, in dem wir (philosophische) Texte lesen, In dem Kreis haben wir auch die Möglichkeit unsere Arbeit vorzustellen. Es ist sehr hilfreich, wenn man/frau (als Gesprächspartner) Leute hat, die nicht unbedingt auch Philosophen sind, sondern ein anderes Verständnis haben. Gerade wenn es gilt ein Thema zu transportieren, das alle angeht. Und ich denke, die WELT ZU RETTEN, also dafür zu sorgen, dass menschenwürdiges Leben auch weiterhin auf unserer Erde möglich ist, - ich denke das ist ein Thema, das alle angehen soll.  Mike:  Na, und etwas bescheidener: es gab ja immer mal Versuche, WELT zu retten. Ein Versuch ist mit einem gewichtigen Namen verbunden: Martin Heidegger, der "den Führer (Hitler) führen" wollte. Von Heidegger sind in diesem Jahr 2014 gerade die ersten Veröffentlichungen seiner "Schwarzen Hefte" erschienen, aus den 30er Jahren, fortgeführt bis in die 70er. Das war seine Geheimphilosophie. Wir sind jetzt in der Lage, da hineinzuschauen. Es ist erst in diesem Jahr möglich, das zu tun. Ich habe gerade ein Kompaktseminar an der Universität angeboten gehabt und wir haben die Möglichkeit über dieses Thema im Café Philo in Bern zu sprechen. Ich bin sehr gespannt auf die Diskussion. Willi: Philosophische Praxis ist ja oft auch philosophical counselling - wie kann man das absetzen von Therapie, Psychotherapie? Wie machst Du das denn, Mike? Oder: wie macht ihr das? Mike: Beratung habe ich bisher allein gemacht - und in einem ganz speziellen Bereich. (Man kann von der Philosophie oft nicht leben.) Ich war 30 Jahre in einer Reha-Klinik beschäftigt: als Sprachphilosoph in der Sprachtherapie. Von daher hatte ich auch Kontakt zur Selbsthilfebewegung. Im Selbsthilfeverband habe ich  Familienseminare angeregt:   Sprachstörungen nach Schlaganfall haben Auswirkung auf die mitbetroffene Lebensgemeinschaft. Auf einem solchen Seminar biete ich als philosophischer Praktiker Gespräche an. Es kommt ein Mensch und sagt: "Ich hab das Problem, ... " Und dann ging es weiter: "Ich brauche nicht viel Zeit". Es stellte sich dann sehr bald heraus, dass etwas ihn tief bewegte. Er weinte. Jemandem, der einer  entsprechenden Psychotherapieform anhängt, wäre es wohl leicht gefallen, uns eintretend in eine "systemische Beratung" zu sehen. Das endete damit, dass ich gesagt habe: "... Das geht nicht so schnell! Aber da gibt´s ein schönes Buch, das lässt sich auch gut lesen: Yalom, Schopenhauer Kur"   Willi: Kann man mit Schopenhauer therapieren? Mike: JA! Schopenhauer war unter den großen, bekannten Philosophen deutscher Sprache vielleicht der erste, dessen Texte eine der philosophischen Praxis entsprechende Wirkung gehabt haben.



Willi: Erzähl jetzt noch, wie das ging in Deinem Beispiel! Mike: In meinem Beispiel war es so: Oskar war jemand, der Yalom-Texte zuhause  hatte. Er hat sich dann diesen Text noch besorgt. Er wusste ja schon: das ist ein guter Autor, den kann man gut lesen. Und bald fing er an, seine Problematik  - das war eine Paarproblematik, die hatte auch mit Eigentum zu tun -   zu assoziieren zu Stellen im Text, die er mir mailte: es fiel ihm zu den Textstellen etwas ein aus seinem Leben. Und schließlich bekam ich nun die Nachricht: sein Problem hat er gelöst mithilfe des Verfassens dieser emails und dem kontinuierlichen Lesen in einem stark philosophischen Buch. Geschrieben von einem Nicht-Philosophen. Der Autor Yalom ist ja Psychiater. Auch da mache ich keinen clear cut  zwischen „existentieller Psychotherapie“ und philosophischer Praxis. Das nicht zu tun scheint mir hier sinnvoll. Willi:  Das wäre ein Beispiel von Bibliotherapie, Du nennst es ja auch so. Mike: Ja (Yalom macht den Hinweis in der Danksagung: “Die Idee einer Bibliotherapie – sich durch die Lektüre philosophischer Werke selbst zu heilen – entstammt Bryan Magees ausgezeichnetem Buch Bekenntnisse eines Philosophen (Berlin 1998).“ Willi: Kann man das verallgemeinern? Erläutere noch Dein Verständnis – erläutert euer Beider Verständnis von Philosophischer Praxis! Christine: Ich habe dieses Schopenhauer Bibliotherapie Beispiel mitverfolgen können, weil ich den email-Austausch lesen durfte und fand das interessant, weil wir Schopenhauer und Yalom schon als Thema einer philosophischen Gedankenreise in Istrien hatten und dort in der Gruppe auch schon merkten, wie wertvoll das ist, sich mit Schopenhauer zu befassen – und parallel dazu mit dem Buch von Yalom. Dort geht es darum, dass einer, der ein Problem mit sich hat, bei einem Psychotherapeuten nicht weiterkommt, dann Philosophie studiert, sich damit selber hilft (Schopenhauer) und dann zum philosophischen Berater werden will, damit er dies weitergeben kann. Wir nehmen ein Seminar an der Uni als Anlass und transportieren Kerngedanken dann in die (Sinn)Praxis. Bei dieser Gedankenreise in Istrien hat man gemerkt, wie Teilnehmende praktisch anfangen sich mit Gedanken zu befassen. Obwohl wir am Tag nur 2 bis 3  gemeinsame „Arbeitsstunden“ angesetzt hatten, war zu merken, dass es auch in der „Freizeit“ weitergeht mit dem Philosophieren. Deshalb denke ich: es ist wichtig sich Werke zum Anlass zu nehmen, sich Philosophie näher anzusehen und sie in die Lebenswelt zu transportieren. In  unsere Welt in der heutigen Zeit. Mike: Danke Christine! Du hast ein Gegenstück zu der psychotherapeutischen Gruppentherapie, die bei Yalom ja den Rahmen bildet, jetzt im Rahmen philosophischer Praxis umrissen. Als philosophischer Praktiker war ich vielleicht nur 4  Stunden täglich zusammen mit den Teilnehmern, während manche Teilnehmer bis spät in die Nacht miteinander geredet haben. Und es gab insbesondere 1 Paar, das in einer gewissen Spannungssituation gekommen ist und dann eben während dieses Aufenthaltes sichtlich profitierte von dieser verständnisvollen Stimmung. Wir waren übrigens etwa 1 Dutzend. Das scheint mir eine gute Größe zu sein. Willi: Christine, zu Deinem Verständnis von philosophischer Praxis gehört auch Kinderphilosophie. Offenbar aus eigener Erfahrung -  Christine: Ja, deshalb, weil ich mich im Studium befasst habe mit dem Philosophieren mit Kindern und auch deshalb, weil ich eine Tochter habe, die mittlerweile 20 ist. Im Nachhinein habe ich mich gefragt: habe ich sie im Sinne der Philosophie erzogen? Habe ich mich dabei gleichzeitig selbst erzogen? Ich habe dann zum Beispiel Fragen zurückgegeben, wie man das im Kinderphilosophieren macht (Eva Zoller). Ich beantworte nicht die Kinderfrage, sondern gebe sie zurück: „Was meinst Du denn dazu?“ Ich glaube, dass es wichtig ist, Kindern gegenüber als Erwachsene nicht einfach etwas zu behaupten. Mike: Damit bist Du in der Sokratischen Tradition, die in diesem aktuellen Buch Deines Zürcher Betreuers der Doktorarbeit, Michael Hampe, ganz wunderbar behandelt wird. Titel: Die Lehren der Philosophie. Eine Kritik (2014)
 

Sonntag, 17. April 2011

Moritz Scherzer: Führungscoaching (nach Fintz)

Vorbemerkungen
Im Mittelpunkt steht der Essay „Begleitung von Führungspersonen. Führungscoaching als Philosophische Praxis“ von Anette S. Fintz,in: METHODEN PHILOSOPHISCHER PRAXIS - wobei ich von Fintz’ Gliederung abgewichen bin. An Stellen, wo mir Fintz’ Ausführungen zu knapp erschienen, habe ich sie in meinen eigenen Worten und nach meinem Verständnis näher erläutert. Ziel ist, eine Vorstellung davon zu vermitteln, was Führungscoaching als Philosophische Praxis ausmacht.
Was hat (Unternehmens-)Führung mit Philosophie zu tun?
Beratung und Coaching sind in der heutigen Zeit sehr gefragte Dienstleistungen. Sie werden v. a. von hochrangigen Politikern, Spitzensportlern und Managern in Anspruch genommen, die sich davon eine Steigerung ihrer Leistungsfähigkeit erhoffen. Die Beratung von Führungspersonen durch Philosophen hat eine lange Tradition. Eines der berühmtesten Beispiele ist Aristoteles, der bereits im 4. Jh. v. Chr. als Lehrer und Berater des makedonischen Prinzen Alexander (später: A. der Große) fungierte. Die Frage, was ausgerechnet einen Philosophen dazu befähigen sollte, eine solche Rolle auszuüben, zieht sich wie ein roter Faden durch die einzelnen Kapitel des Essays von Fintz. Zunächst einmal soll ein Zusammenhang zwischen (Unternehmens-)Führung und Philosophie hergestellt werden.

Die Schwierigkeit des Führens
Das Handeln einer Führungsperson aus Wirtschaft oder Politik ist nie vollkommen unabhängig und immer bestimmten Einflüssen ausgesetzt. Dies können Entwicklungen und Ereignisse von globaler Bedeutung sein, z. B. die Terroranschläge vom 11. September 2001 oder die Finanzkrise 2008/2009, aber auch persönliche Härtefälle wie Beziehungsprobleme, Krankheiten oder unternehmensinterne Konflikte. Dadurch entsteht die Notwendigkeit, entschlossen zu handeln und insbesondere ein Gespür für den kairós zu entwickeln, also im richtigen Moment das Richtige zu tun. Dies gilt als eine der schwierigsten Aufgaben, die eine Führungsperson zu bewältigen hat.

Coaching
Um damit besser umgehen zu können und den steigenden Erwartungen gerecht zu werden, unterziehen sich viele Führungspersonen einem sog. Coaching. „Coaching ist die professionelle Beratung, Begleitung und Unterstützung von Personen mit Führungs-/Steuerungsfunktionen und von Experten in Unternehmen/Organisationen. Zielsetzung von Coaching ist die Weiterentwicklung von individuellen oder kollektiven Lern- und Leistungsprozessen bzgl. primär beruflicher Anliegen.“1 ( http://www.dbvc.de/cms/index.php?id=361 (5. April 2011).)
Noch in den 1990er-Jahren war Coaching als individuelle Beratung kaum verbreitet. Inzwischen herrscht ein regelrechter Coaching-Boom. Diese Entwicklung hat sich auch in der Literatur niedergeschlagen. Die Masse an Büchern zum Thema „Coaching“ erschwert jedoch die Orientierung, zumal es viele schlechte Bücher gibt. Das Defizit der meisten von ihnen ist, dass sie sehr schnelllebig sind. Die Komplexität und Schwierigkeit des Führens wird darin meist verkannt, es wird häufig als etwas Kinderleichtes dargestellt, das durch ein paar simple Kniffe einfach zu erlernen sei.

Welche philosophischen Kernkompetenzen spielen im Beratungs-/Coachingprozess eine wichtige Rolle?
Arbeitet ein Philosoph als Coach, ist es v. a. das für die Philosophie typische Denken und Staunen, das ihm im Beratungsprozess hilft.
Durch Denken wird einerseits Klarheit erzeugt, wo vorher Unklarheit herrschte. Aber auch das Gegenteil kann der Fall sein. Bislang klare Sachverhalte werden plötzlich unklar, d. h. durch kritisches Hinterfragen werden Überzeugungen fallen gelassen, so dass zunächst einmal ein Vakuum entsteht und der Denkprozess neu beginnen muss. Philosophisches Denken folgt darüber hinaus den Gesetzen der Logik, wodurch dem Klienten Widersprüche in seiner Denkweise aufgezeigt werden können, ohne ihm deshalb konkrete Ratschläge erteilen zu müssen, wie er es besser machen könnte. Auch hier besteht nämlich das primäre Ziel darin, den Klienten zum eigenen Nachdenken anzuregen. Wer philosophisch denkt, wird auch die Grenzen des Wissens eher anerkennen als ein Nicht-Philosoph. Dies beginnt schon damit, dass sie sich darüber Gedanken machen wird, was überhaupt als Wissen gelten kann und was nicht. Zudem ermöglicht das philosophische Denken das Üben von Kritik im eigentlichen Sinne. Durch Reflexion über ein bestimmtes Thema können die dazugehörigen Aspekte geprüft und evaluiert werden, so dass der Philosoph eine bestimmte Haltung dazu entwickelt und als Meinung vertreten kann. Dadurch kann sie deutlich machen, dass man dies oder jenes nicht verantworten kann/will, weil es nicht den Maßstäben von richtig/gut genügt. Schließlich ist die Autorität des vernünftigen Arguments ein Grundsatz, der im Coachingprozess herangezogen werden kann.
Neben dem Denken ist es das Staunen, das der Coach bei der Arbeit weiterhelfen kann. Staunen entspringt der Position des Nicht-Wissens. Dies bedeutet, dass sich d. Coach zunächst einmal mit Kommentaren, Ratschlägen und sonstigen Äußerungen zurückhält, nachdem d. Klient etwas erzählt hat. Selbst wenn sie glaubt zu wissen, was d. Klienten Problem ist, z. B. durch entsprechende Erfahrungen mit anderen Klienten, sollte sie sich in eine Position des Nicht-Wissens begeben und Schritt für Schritt aus den gewonnenen Erkenntnissen neues Wissen generieren. Allerdings ist eine solche Haltung äußerst schwierig durchzuhalten, denn sie setzt sehr viel Reife seitens d. Coachs voraus, aber auch Selbstbeherrschung und – so paradox es klingen mag – Wissen. Die Versuchung d. Coachs wird stets groß sein, auf Basis eines Erfahrungsschatzes den Klienten möglichst rasch zu unterbrechen und gut gemeinte Ratschläge zu geben.

Worin unterscheidet sich ein philosophischer von einem nicht-philosophischen Berater?
In der Führungsberatung sind neben Philosophen auch bspw. Soziologen, Betriebswirte und Psychologen tätig. Was genau unterscheidet nun den philosophischen Berater von Kollegen aus anderen Disziplinen?
Im Gegensatz zu Beratern, die eine Ausbildung oder ein Studium in anderen Bereichen absolviert haben, stehen PhilosophInnen kaum fachspezifische Theorien zur Verfügung, die sie sich für den Beratungs-/Coachingprozess nutzbar machen könnten. Es geht nicht darum, dem Klienten zu erklären, warum dieser in der Vergangenheit so und so gehandelt hat. Der philosophische Berater versucht dem Klienten die Logik und den Sinn aufzuzeigen, die dessen Denken und Handeln zugrunde liegt. Auf die Erklärung von Kausalzusammenhängen und jedwede Deutungsversuche wird jedoch verzichtet. Die KlientIn selbst soll auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse zum Nachdenken angeregt werden, so dass das Verhalten aus eigenem Antrieb heraus verändert wird. Für Beratende ist es hierbei jedoch unerlässlich, über das eigene Selbst- und Arbeitsverständnis im Klaren zu sein. Offenheit mündet andernfalls in Orientierungslosigkeit und Beliebigkeit.

Was bedeutet nun Führungsberatung in Philosophischer Praxis?
„Ein Philosoph [...] begleitet eine Führungsperson durch die von ihr vorgegebenen Themen; dabei schöpft der Philosoph aus dem Schatz der großen Denker, der Differenzierungsfähigkeit und seiner Fähigkeit, Verstehen von Erklären zu unterscheiden, sowie das Reflektieren der verwendeten Sprache. Ziel der Arbeit ist nicht, Menschen ‚moralischer‘ oder ‚gerechter‘ zu machen, vielmehr den Mandanten darin zu unterstützen, seine Persönlichkeit auf eine Weise weiter zu entwickeln, die es ihm erlaubt, selbstverantwortlich, klar durchdacht und im Bewusstsein der eigenen Begrenzung zu führen, anzuleiten und zu kommunizieren.“2
(Fintz, A. S.: 2010, S. 153)

Was kann Philosophische Praxis bei der Führungsberatung leisten, was nicht?
Philosophische Praxis bei der Führungsberatung bedeutet, dass Berater und Klient gemeinsam am individuellen Prozess des Klienten arbeiten, stets im Kontext der Herausforderungen seines Lebens. Der Klient soll sukzessive zu selbstreflektiertem Handeln befähigt werden und sich sowohl seiner persönlichen Freiheit, als auch der Verantwortung bewusst werden, die er für sich und sein Leben trägt. Langfristiges Ziel ist die Entstehung eines bewussten éthos, aus dem heraus gedacht, entschieden und gehandelt wird und sich den Widersprüchlichkeiten der wahrgenommenen Welt stellt.3 ( vgl. Fintz, A. S.: 2010, S. 154)
Patentrezepte und standardisierte Lösungen für die Führungsberatung gibt es jedoch nicht.


Grundlegende Voraussetzungen für den Erfolg und mögliche Hindernisse
Damit Philosophische Praxis bei der Führungsberatung erfolgreich sein kann, müssen bestimmte Voraussetzungen gegeben sein. So muss auf Seiten der Klienten die Bereitschaft zum Nachdenken und Hinterfragen unbedingt vorhanden sein. Nur so sind sie für diese Art von Beratung überhaupt zugänglich. Den Beratenden wiederum muss es gelingen, (potenzielle) Klienten vom Nutzen der Führungsberatung zu überzeugen, was jedoch nicht leicht ist, da der Nutzen einer solchen Beratung nicht quantifizierbar ist.
Zu den Problemen, mit denen philosophische Führungsberater immer wieder zu kämpfen haben, zählen einmal das meist geringe philosophische (Vor-)Wissen der Klienten, sowie das oft nur schwache Interesse an der Philosophie. Auch „Halbwissen“ in einzelnen Themenbereichen, wie z. B. der Forschung zur Willensfreiheit, können die Arbeit des Philosophischen Praktikers stark behindern, da die Klienten dadurch nicht mehr offen genug sind, sich auf die Beratung einzulassen. Ferner schwindet bei vielen die Lust am Philosophieren, wenn die Unterhaltungen abstrakter und theoretischer und damit komplizierter werden.


Ansatzpunkte Philosophischer Praxis bei der Führungsberatung
Wo nun kann Philosophische Praxis bei der Führungsberatung ansetzen? Fintz nennt insgesamt vier solcher Bereiche, die nachfolgend kurz beschrieben werden.

Sprache
Klienten sollten ihr Anliegen möglichst in der Sprache vortragen, die sonst / im Alltag benutzt wird. Ein zu sprachlicher Extravaganz neigender Jargon wird die Darstellung bzw. die Inhalte, um die es geht, verzerren. Doch obwohl es wünschenswert ist, dass eine KlientIn so spricht, wie sie es gewohnt ist, sollten Philosophische Praktiker darauf aufmerksam machen, dass es sehr wichtig ist, dass man sich präzise und eindeutig ausdrückt, um Missverständnissen vorzubeugen. Diese philosophische Tugend eignet sich gut zur Klärung wichtiger Begriffe. Wenn z. B. in einen Beratungs- bzw. Coachingprozess zum Thema „Moral“ mehrere Mitarbeiter eines Unternehmens involviert sind, kann durch eine Frage wie „Was ist eigentlich Moral?“ eine Diskussion in Gang gesetzt werden, die es ermöglicht, die jeweiligen Vorstellungen von Moral explizit werden zu lassen. Die MitarbeiterInnen lernen sich dadurch in ihrem Kommunikationsverhalten besser kennen, selbst wenn sie schon länger zusammen arbeiten. Außerdem lernen sie das Erklären und Präzisieren von Begriffen und es wird ihnen bewusst, wie gefährlich es sein kann, Begriffe zu verwenden, deren Bedeutung nicht hinreichend klar ist bzw. über deren Bedeutung unterschiedliche, u. U. einander widersprechende Auffassungen herrschen.

Anthropologie
Da es bei einer Beratung immer um Menschen geht, müssen sich Beratende über das eigene Menschenbild im Klaren sein. Dieses muss er auch dem Klienten offengelegt werden. Gemeinsam kann dann ein anthropologisches Konzept erarbeitet werden, das einerseits die persönliche Freiheit des Einzelnen betont, andererseits die Zuschreibung von moralischer Verantwortung für das eigene Handeln deutlich macht.

Dialektik
Dialektik, das kritische Abwägen von Für und Wider einer Sache, kann Klienten bei der Entwicklung des Führungsprofils unterstützen. Man soll lernen, dass es kaum Entscheidungen gibt, die eindeutig, also einfach sind. In aller Regel wird es so sein, dass es keine richtige Entscheidung gibt, sondern nur eine Entscheidung, die nach bestem Wissen und Gewissen getroffen wurde, nachdem eine kritische, differenzierte Evaluation aller Möglichkeiten, die zwischen zwei Extremen liegen, stattgefunden hat. Im Alltag einer Führungsperson wird es immer wieder Situationen geben, in denen, ganz egal wie sie sich entscheidet, negative Konsequenzen mit der Entscheidung verbunden sind. Ist sie bereit, dies zu akzeptieren und auch den Mitarbeitern gegenüber zu erklären, wird die Entscheidung bei jenen auf wesentlich mehr Verständnis und weniger Widerstand stoßen. Dadurch wächst sie in ihrer Funktion als Führungskraft im Laufe der Zeit und schärft ihr Führungsprofil.

Selbstdistanz
Zu sich selbst auf Distanz zu gehen kann im Beratungsprozess ebenfalls eine wirkungsvolle Methode sein. Um dies einzuüben, kann der Berater eine Puppe auf eine erhöhte Position innerhalb des Raumes setzen, der die Funktion einer neutralen, beobachtenden Instanz zugesprochen wird, die im Zweifelsfall zu befragen ist. Eine schwierige Frage kann dann an sie in etwa so gestellt werden: „Was würde X (die Puppe) zu diesem Thema wohl sagen?“ Die Puppe kann selbstverständlich keine Antwort auf die Frage geben. Berater und Klient überlegen gemeinsam, was sie wohl, unter Berücksichtigung der Eigenschaften, die ihr zugesprochen werden, sagen würde. Dadurch lernt der Klient, sich selbst aus einer anderen Perspektive (in diesem Fall jener der Puppe) zu betrachten und kritischer einzuschätzen, als dies bislang der Fall war. Möglicherweise gelangt er im Laufe des Beratungsprozesses zu einem völlig neuen Selbstbild.


Welchen Herausforderungen müssen sich Philosophische Praktiker stellen?

persönlich
Philosophische Praktiker müssen eine genaue Vorstellung davon haben, was zu unterstützen ist und was nicht. Dies setzt ein präzises Selbstverständnis bzw. eine exakte Definition der eigenen Rolle voraus, auf deren Grundlage beurteilt werden muss, ob eine Anfrage für Führungsberatung/Coaching angenommen oder abgelehnt wird. Dem Philosophen muss zudem der Spagat gelingen zwischen einerseits mit Leidenschaft und Hingabe Philosoph zu sein, andererseits jedoch auch geerdet zu sein, d. h. sich auch mit Menschen, die mit Philosophie wenig zu tun haben, normal unterhalten zu können. Aufgrund der anstrengenden Sitzungen v. a. mit mehreren Klienten gleichzeitig (z. B. beim Gruppencoaching) und den teilweise schwierigen Charakteren, mit denen es Beratende zu tun bekommen, sind körperliche Fitness und eine starke mentale Verfassung unverzichtbar, letzteres auch deswegen, weil d. Coach immer mit dem Unerwarteten rechnen muss, bspw. dann, wenn sich im (beruflichen) Leben der Klienten plötzlich Dinge ereignen, die den gesamten bisherigen Beratungsprozess auf den Kopf stellen. Dies kann auch an den Nerven d. Coachs zehren. Wichtig ist ferner, dass d. Coach Mandanten in den Mittelpunkt der Arbeit stellt, nicht sich selbst. Nur so kann man Klienten die Aufmerksamkeit schenken, die sie brauchen und das heißt auch: unnötige Frustration – auf beiden Seiten – zu vermeiden. Bei der Kommunikation ist darauf zu achten, dass Beratende Klienten als ebenbürtige Gesprächspartner achten, ganz egal, wie gebildet sie sind. Andernfalls kann keine Basis entstehen, auf deren Grundlage eine erfolgreiche Beratung möglich ist. Schließlich muss der Berater in der Lage sein, unternehmerisch zu denken, da er als Freiberufler selbst die Verantwortung für den wirtschaftlichen Erfolg seiner Tätigkeit trägt. Kundenorientierung und Qualitätsdenken sind daher unverzichtbar.

sachlich
In sachlicher Hinsicht muss d. philosophische BeraterIn zur Unterstützung der Arbeit adäquate Unterlagen erstellen, die – entsprechend den Zielsetzungen – eigenen Erwartungen gerecht werden. Dazu gehört auch der Entwurf eines einheitlichen Layouts für diese Unterlagen. Sie muss sich darüber hinaus Gedanken um den Ablauf der einzelnen Sitzungen machen. Es empfiehlt sich die Konzeption eines bestimmten Ablaufschemas, das, je nachdem, um welche Art von Führungsberatung es sich handelt bzw. wie viele Teilnehmende es gibt, abgewandelt wird. Die Inhalte der einzelnen Sitzungen gilt es schriftlich festzuhalten und die Notizen zu archivieren. Auf diesen Erfahrungsschatz kann dann jederzeit zurückgegriffen werden. Um stets die zu den jeweiligen Sitzungen passenden Texte schnell parat zu haben, sollten der Philosophische Praktiker eine kleine Bibliothek anlegen, in der die relevanten Texte verfügbar sind. Während der Beratungsgespräche sollten sie – in Abhängigkeit von der jeweiligen Situation – didaktische Hilfsmittel einsetzen. Dies kann ein Flipchart sein, ein Computerprogramm zur Visualisierung (z. B. PowerPoint) oder sonstiges. Des weiteren darf der Philosophische Berater, sofern er keine Angestellten hat, die administrative Arbeit nicht scheuen, die i. d. R. 40 – 50 % der Zeit in Anspruch nimmt. Dazu gehören der Schriftverkehr, Telefonate oder die Buchführung. Doch auch wenn die philosophische Praxis über Angestellte verfügt, kann nicht einfach jede Art von Arbeit an diese delegiert werden. Um die Kundenaquirierung bspw. muss man sich stets selbst kümmern, da es hierbei wesentlich auf seine Person ankommt. Da der Philosophische Berater Freiberufler sind, besitzen sie einen ganz anderen rechtlichen Status als Arbeitnehmer. Deshalb müssen sie sich um alle steuerlichen und sozialversicherungsrechtlichen Angelegenheiten selbst kümmern. Auch dies erfordert viel Zeit, Geduld und Spezialwissen.

Literatur:
Fintz, Anette S.: Begleitung von Führungspersonen. Führungscoaching als Philosophische Praxis, in: Detlef Staude (Hg.): Methoden Philosophischer Praxis. Ein Handbuch, Bielefeld 2010. S. 149 – 171.

Internetlinks:
Deutscher Bundesverband Coaching e.V. (5. April 2011), Definition Coaching. http://www.dbvc.de/cms/index.php?id=361.

Mittwoch, 23. März 2011

Angewandte Ethik und Philosophische Praxis

Angewandte Ethik und Philosophische Praxis

Jemand schrieb uns:
Ich vertrete in der Tat die These, dass Philosophische Praxis keine Psychotherapie ist. Das hat mehrere Gründe. So z.B. die prinzipielle Nachrangigkeit der (modernen) Psychologie hinter der Philosophie. Auch qua Bezeichnung kann PP keine PT sein, denn sonst hieße sie ja PT und nicht PP (klingt lustig, ist aber ernst gemeint). Folgt man Ruschmanns Buch zur Philosophischen Beratung, so ist PP nicht einmal Beratung. PP kann jedoch als Methode, die in, aus sowie in Bezug auf die PP als Institution entwickelt worden ist und noch dringend der weiteren (und tieferen) Entwicklung bedarf, im Repertoire oder zumindest in Bezug auf das Repertoire oder das typische handlungsleitende Ziel von klassischen Beratungs-, Therapie - und ev. sogar Seelsorgeformen auftauchen.
Allerdings vertrete ich nicht die These (Ihre Klammersetzung ist da recht missverständlich bzw. uneindeutig), dass die PP keine Therapie sei. Denn, sie ist, selbstverständlich, Therapie; so übrigens auch der durchaus affirmativ gemeinte Charakter des Titels meiner Dissertation: "Philosophie als Therapie".
Es lässt sich sogar sagen, dass unter bestimmten Bedingungen das Ergebnis von Philosophie als Therapie das höchste Ziel der PP ist.
Ich mache mir die kommenden Tage gerne Gedanken, wieviel bzw. wie wenig ich bereits mitteilen kann, ohne dass meine Thesen aus dem Zusammenhang gerissen sind und ohne Teile meines Dissertationscorpus bereits im Vorab einer quasi öffentlichen Leserschaft zur Verfügung zu stellen (leider ist die Promotionsordnung an dieser Stelle sehr strikt).
Bei den Gründen, weshalb PP keine Psychotherapie sein kann, gehe ich übrigens, soweit ich das überblicken kann, mit der Kollegin konform.

Mit freundlichen Grüßen
A K

Lieber A K,


Sie haben uns kontaktiert, weil Sie philopraxis.ch besser kennen lernen wollten. Im Verlaufe erwähnten Sie die Unterscheidung zwischen Angewandter Ethik und Philosophischer Praxis. Sie wiesen, wie Frau Bernasconi. darauf hin, dass PP keine (Psycho-)Therapie sei.

Uns würde Ihre Position sehr interessieren. Im Rahmen eines Kompaktseminars vom 4.- 9. April beschäftigen wir uns mit der Frage der Methode(n) in der PP. In dem Zusammenhang wäre eine Abgrenzung der PP von Angewandter Ethik ein interessanter Punkt. Könnten Sie uns Ihre Ideen mitteilen, auch wenn sie noch nicht in Schriftform vorliegen?
Der Kompaktkurs endet am Samstag, 9.4. mit einer Diskussion der gelesenen Texte. Dabei werden mehrere Autoren von METHODEN PHILOSOPHISCHER PRAXIS (ed.: Detlef Staude, Bielefeld 2010) anwesend sein und ihre Positionen darlegen.

Mit freundlichen Grüßen vom Bodensee

Tillmann Weißer

Dienstag, 10. Februar 2009

KUNSTE !



Philosophiere! - "KUNSTE" ?

Liebe kritische LeserIn, Mike Roth hat im >OrientierungsLos< (2008) den Beitrag „Philosophische LebensART – ohne Götter leben“.

Wir sprachen darüber. Hier einige Anmerkungen:

1 JA, hier ist Einiges hineingepackt. Zwei Themen sind im Titel angekündigt:
1a A R T
1b ohne Götter
Last things first! Sein Referat „ohneGötter090202“ im Seminar zum Buch hat V.M. Roth mit neuen Fundstücken aus der frühen griechischen Literatur / Philosophie begonnen. Siehe feigenblaetter.blogspot.com ANTIPHON & SISYPHOS in Korinth (25.JAN09)!

Dies verbindet das Thema 1b „ohne Götter“ mit den Anfängen der Philosophie. These: Philosophie tritt auf als ein Denken-ohne-Götter. Die mythische Figur des Sisyphos (aus dem dem Philosophen Kritias zugeschriebenen Satyrspiel) und des vielleicht ersten philosophischen Praktikers Antiphon werden in Roths Lese aus UEBERWEG 2/1 als Protagonisten für listige / fürsorgliche philosophische Lebensart „ohne Götter“ fast verschmolzen. Sisyphos befreit sich selbst philosophierend von unbegründeter Angst vor den „Strafen der Götter“, Antiphon therapiert diese verbreitete Angststörung in seiner philosophischen Praxis am Markt der von Sisyphos gegründeten Handelsstadt Korinth.

Zum Thema 1b ART / Lebenskunst. Gerd Achenbach könnte Sisyphos wohl einen „Halodri“-Lebenskünstler nennen. Das professionelle Ziel des Kollegen Antiphon würde er mit „Lebenskönnerschaft erreichen“ angeben.
Wenn ein Leben ohne Götter als Lebensform umrissen werden kann, wird in LebensART ein anderer Akzent gesetzt: „Kunste!“
Im Text steht dies als 11. (!) (An-)Gebot – eine leise Selbstironisierung? Oder „Kunste!“ als Höhepunkt? ´Kunste` ist ein Kunstwort. Aber was ist der Gedanke?
Nun, KUNST ist bekannt. In der Neubildung „Kunste!“ schwingt also diese bekannte Wortbedeutung von (hoher) KUNST mit – erweitert bloß um die Tätigkeitsmarkierung „+e!“. In der Kombination von „KUNST + e“ wird, wenn ich nicht irre, die hohe KUNST zugleich tiefer gehängt. JA, so geht auch Werbesprache vor. In der Meinung, dass sich etwas zeigt (ohne durch mehr Wörter expliziert werden zu müssen).

Dabei bleibt es aber nicht. Fortsetzung folgt.

Sonntag, 25. Januar 2009

kopfkrank ?



am 26.Jan 09 ist das Thema
Martina Bernasconis
Ausgrabung
ORIENTIERUNGSLOS 29 ff

Mittwoch, 5. November 2008

am 10. NOV

gedankengang-online.de/montagskreis.htm

10. NOV Philosoph auf der Walz
Roth&Staude 21 ff
einführend: Sandra

Dienstag, 2. September 2008

Gutknecht




Thomas Gutknecht, Präsident der Internationalen Gesellschaft für Philosophische Praxis (IGPP), betreibt seine Philosophische Praxis LOGOS im Schwäbischen, in Lichtenstein und Reutlingen, sowie Stuttgart. Er diskutiert Orientierung durch Vernunft und Orientierung im Fühlen. Kenntnisreich lässt er dabei auch so manche Lesefrucht bedenken & anfühlen.

Thomas Gutknecht 82-93
Jeder Mensch ist zugleich Täter und Opfer seiner Gefühle





Thomas Gutknecht
*1953, leitet seit 1991 die
Philosophische Praxis Logos-Institut in Lichtenstein, Reutlingen und Stuttgart
mit Schwerpunkten in philosophischer Seelsorge, Individualberatung und Begleitung von Führungskräften. Diplomierter Theologe und Philosoph (Studium in Tübingen, Salzburg, Innsbruck, München) lehrt am eigenen Institut,
an Hochschulen, Fachakademien, Kollegs und weiteren Einrichtungen der Erwachsenenbildung. Seit 2003 Präsident der IGPP.
Gründungsmitglied von philopraxis.ch.
www.praxis-logos.de

LITERATUR
siehe: http://www.praxis-logos.de/main/texte.htm
Lebenskönnerschaft: Das Leben ist ganz anders / Wie Leben auch gelingen kann
Über Aspekte des Wahrheitsgeschehens
Philosophische Anmerkungen zu Fragen des Führens
Sport - Die Religion des 20. Jahrhunderts?
Ermutigung zum unzeitgemäßen Leben - über Tugenden als Lebensführungskompetenzen
Logos und Dialog - Ein Versuch zur Gesprächskultur
Wirtschaft - Würde - Widerstand
Keine Angst vor der Angst
Hegel - Der Weltgeist spricht schwäbisch
Sehen und Hören
Utopia
Zeit - Zwei Beiträge
Weitere Texte auf www.igpp.org

Fillinger




Da sehen wir in einem Laden im Zürcher Quartier Wiedikon Willi Fillinger durch seine Philosophische Praxis „kopfvoran“ „tigern“ und dort für alle einsehbar seine vielfältige Arbeit als Philosoph verrichten. In ihrem Zentrum steht das Thema Arbeit.

Willi Fillinger 15 - 20
Orientierung in der real existierenden philosophischen Praxis



Willi Fillinger
*1948, leitet seit 1995 die
philosophische Praxis „kopfvoran“ in Zürich.
Er war Lehrer,
Delegierter des Internationalen Komitees
vom Roten Kreuz (IKRK)
in Asien, Afrika und Südamerika
und Weiterbildungsberater beim Arbeitsamt Zürich.
Philosophische Reflexion ist für ihn immer auch
individuelle und gesellschaftliche Standortbestimmung. Einen Schwerpunkt bildet
dabei die Problematik der Arbeit. philopraxis@kopfvoran.ch

CAFÉ PHILO
Nachdenken über Besitz und Eigentum
Einleitung und Moderation:
Willi Fillinger

Samstag, 6. September 2008
17.00 bis 19.00 Uhr
Restaurant Piazza am Idaplatz, 8003 Zürich
Eintritt Fr. 15.--
http://www.kopfvoran.de">http://www.kopfvoran.ch/


Willi Fillinger: Über Arbeit nachdenken , in:
Staude, Detlef (Hg.), Lebendiges Philosophieren. Philosophische Praxis im Alltag. Bielefeld 2005, 95 - 106

Montag, 1. September 2008

Bernasconi




Martina Bernasconi, die in ihrer „Denkpraxis“ in Basel zuhause ist, führt das Nachdenken über die überraschende Bedeutung der Leere zu einem Text des Königsberger Vordenkers Immanuel Kant über die Krankheiten des Kopfes. Solange Kopfkrankheit vorliegt, fällt Orientierung schwer.

Martina Bernasconi 29 - 37
Von Überaschungseiern und Kopfkrankheiten in der Philosophischen Beratung




Martina Bernasconi
*1965, Studium der Philosophie,
Literatur- und Medienwissenschaften
in Basel, Berlin und New York.
Gründung Denkpraxis 2002.

Seither tätig in und mit verschiedensten Institutionen:
Schulen, Hochschulen, Universitäten.
Dazu:
Psychoanalytische Ausbildung
und Theatererfahrung (Dramaturgie).
mbernasconi@denkpraxis.ch

LITERATUR
Staude, Detlef (Hg.) : Lebendiges Philosophieren. Philosophische Praxis im Alltag; darin Beitrag von; Martina Bernasconi, Philosophische Beratung und psychoanalytisches Denken. Bielefeld : transcript, 2005.

Freitag, 8. August 2008

Veranstaltung Winter 2008/09 Bodensee

Universität Konstanz


Studium Professionale
Wintersemester 2008 / 2009

NEUES BERUFSFELD

Titel der Veranstaltung: EINE PHILOSOPHISCHE PRAXIS ?

Kurzbeschreibung:

Seit 25 Jahren gibt es sie (Gerd Achenbach / Nähe Köln).

Praktiker des netzwerk philopraxis.ch stellen sich und ihr Philosophieren in 11 Texten vor, die im Herbst 2008 in Konstanz erscheinen in: Roth&Staude (Hg.), Das OrientierungsLos. Philosophische Praxis unterwegs. Die ersten 3 Beiträge beschreiben Praxen in Zürich, Basel und in und um Luzern. Die Kreuzlinger Kollegin Eva Zoller betreibt in Altikon eine Dokumentationsstelle zur „Kinderphilosophie“ (Exkursion SinnPraxis).

Art der Veranstaltung (z.B.Vortrag, Workshop, Seminar) : SEMINAR

Privatdozent f. Philosophie Dr. Volkbert M. Roth / SinnPraxis

Datum: MO

Uhrzeit: 16 -18

Ort: G 305

Kosten: für Zusatzveranstaltungen der SinnPraxis
Nachsitzungen im erweiterten Kreis: Waldhaus Jakob

Anmeldung mit mail an Mike.Roth@uni-konstanz.de



Internet: feigenblaetter-philopraxis/blogspot.com

Freitag, 4. Juli 2008

Orientierung s Los

Orientierung ist unser Los

An dieser Stelle soll über die "Philosophische Praxis" philosophiert werden können.

Mein Beitrag ist heute ein "praktischer":
Eröffnung einer REIHE Philosophische Praxis im kleinen Konstanzer Verlag Hartung -Gorre mit der praktischen Vorbereitung der Veröffentlichung eines Sammelbands der Gruppe "philopraxis.ch" im Herbst.

Der Text soll im Winter diskutiert werden im Seminar an der Uni Konstanz,
MO 16 - 18 , Raum 305 "Eine Philosophische Praxis?"

Dienstag, 10. Juni 2008

Philopraxis

Der Konstanzer Hartung-Gorre Verlag eröffnet 2008 eine neue Reihe PHILOSOPHISCHE PRAXIS, Band I wird von V.M. Roth und D. Staude für philopraxis.ch herausgegeben.