Neun Pfeiler Philosophischer Praxis
Anette Suzanne Fintz
Institut für Sinnorientierte Beratung
1 Philosophische Praxis als Beruf
2 Nähe und Distanz
3 Idealität
4 Kompetenzen und Grenzen
5 Transparenz
6 Denken weiten – denkend wahrnehmen
Anleitung zum Selber- und Weiterdenken
7 Offener Raum
8 Diskretion
9 Unabhängigkeit im Denken – für beide Seiten
Radolfzell / Bodensee
im Sommer 2010
Ausführungen dazu in: Detlef Staude (Hg.), Methoden Philosophischer Praxis – sollte im Oktober 2010 im transcript Verlag Bielefeld erscheinen; nach Auskunft der Lektorin klappt es nun doch nicht mehr bis zur Buchmesse Ffm
Frau Dr. Fintz wird voraussichtlich am 14.Oktober, "mittags" im Kompaktkurs diese "Pfeiler" mit uns diskutieren.
Donnerstag, 9. September 2010
Kompaktkurs
Ein Hinweis auf den Semesterapparat
(im Aufbau)
darin: frühe Texte von Gerd B. Achenbach
Melanie Berg, Phil. Praxen
folgendes wird noch eingestellt:
Eckart Ruschmann, Philosophische Beratung.
in der Einleitung Hinweise zur Vorgeschichte
Holger Burckhart / Jürgen Sikora (eds) Praktische Philosophie Philosophische Praxis,
darin: Thomas Gutknecht, Das Philosophische Philosophischer Praxis
Neues bringen die links zur Literatur
http://www.igpp.org/cont/literatur.asp
Das OrientierungsLos: Philosophische Praxis unterwegs [Gebundene Ausgabe]
Martina Bernasconi (Autor), Willi Fillinger (Autor), Thomas Gutknecht (Autor), Hans Haessig (Autor), Bernadette Hagenbuch (Autor), Imre Hofmann (Autor), Roland Neyerlin (Autor), Volkbert M Roth (Autor, Herausgeber), Detlef Staude (Autor, Herausgeber), Dominique Zimmermann (Autor), Eva Zoller Morf (Autor)
"Derzeit nicht verfügbar." Jedoch im Semesterapparat
http://www.philosophischepraxis.de/buchhandlung.html von Michael Niehaus (pro-phil)
(im Aufbau)
darin: frühe Texte von Gerd B. Achenbach
Melanie Berg, Phil. Praxen
folgendes wird noch eingestellt:
Eckart Ruschmann, Philosophische Beratung.
in der Einleitung Hinweise zur Vorgeschichte
Holger Burckhart / Jürgen Sikora (eds) Praktische Philosophie Philosophische Praxis,
darin: Thomas Gutknecht, Das Philosophische Philosophischer Praxis
Neues bringen die links zur Literatur
http://www.igpp.org/cont/literatur.asp
Das OrientierungsLos: Philosophische Praxis unterwegs [Gebundene Ausgabe]
Martina Bernasconi (Autor), Willi Fillinger (Autor), Thomas Gutknecht (Autor), Hans Haessig (Autor), Bernadette Hagenbuch (Autor), Imre Hofmann (Autor), Roland Neyerlin (Autor), Volkbert M Roth (Autor, Herausgeber), Detlef Staude (Autor, Herausgeber), Dominique Zimmermann (Autor), Eva Zoller Morf (Autor)
"Derzeit nicht verfügbar." Jedoch im Semesterapparat
http://www.philosophischepraxis.de/buchhandlung.html von Michael Niehaus (pro-phil)
Kompaktkurs
PHILOSOPHISCHE PRAXIS
tagung igpp 2009
Man kennt sich und begrüßt einander freundlich. Alle sind per Du und auch beim Neuankömmling geht man schnell zum Du über. Und man wird herzlich aufgenommen. Intellektuelle oder akademische Hierarchien kennt man hier nicht, jede Wortmeldung wird als gleich wichtig gewertet. Dadurch, dass die meisten im Fach Philosophie abgeschlossen haben, ist dennoch ein relativ hohes Niveau gewährleistet. Aber da kein Anlass besteht, sich zu profilieren und niemand von den anderen in irgendeiner Form abhängig ist, hat man hier die Möglichkeit, sich [61] im zwanglosen philosophischen Gespräch auszutauschen. Und dadurch, dass man das Hotel /hier philosophierten schon Marx und Engels/ mit Vollpension gebucht hat und man auch während den Mahlzeiten zusammen ist, kennen sich bis zum Schluss fast alle persönlich.
So kommen die Mitglieder der Gesellschaft alljährlich im Herbst zu diesem Treffen der „Internationalen Philosophischen Gesellschaft für Philosophische Praxis“, die eigentlich eine deutsche Gesellschaft ist, und die Zahl der Teilnehmer wächst von Jahr zu Jahr. Letztes Jahr waren es an die siebzig Personen, die sich in Wuppertal trafen.
Man könnte vielleicht glauben, dass sich hier Personen mit dem Beruf des philosophischen Praktikers treffen. Das ist zwar nicht ganz falsch, aber irreführend. Man müsste vielleicht besser sagen, alle haben die Berufung, philosophische Praktiker zu sein. Der Begriff Philosophische Praxis hat sich denn auch in den letzten Jahren gewandelt. Verstand man früher im Sinne des Gründers Achenbach darunter noch Einzelberatung, so wird heute philosophische Praxis weit gefasst.
Philosophische Einzelberatung ist zwar noch immer das, was die meisten gerne machen würden, aber viele, auch wenn sie das seit Jahren tun, sind von den Möglichkeiten eher enttäuscht und davon leben kann kein einziger. Mit dem berühmten sokratischen Nichtwissen hat man auf dem Beratungsmarkt schlechte Chancen. Er habe einige misslungene Gespräche hinter sich, sagt mir jemand, der früher Arzt war, dann Philosophie studiert hat und sich jetzt nach dem eigentlichen Erwerbsleben als Praktiker versucht. Alle haben andere Hauptberufe, wenn sie nicht Rentner oder Hausfrau/-mann sind, verschiedene andere Berufe, meist Lehrer oder ein anderer Beratungsberuf. Eigentlich ist ja das Projekt Philosophische Praxis als Berufsform, das es nun bereits seit dreißig Jahren gibt, gescheitert. Aber niemand will das eingestehen. Die Tagung dient denn auch dem Zweck, einander Mut zu machen, dass es irgendwann schon gehen wird, dass der Markt philosophische Praktiker braucht (aber das noch nicht weiß).
Einer der Besucher ist Gymnasiallehrer für Philosophie in Barcelona und führt nebenbei eine philosophische Praxis. Er kommt jedes Jahr von Spanien nach Deutschland zur Tagung. Er brauche das einfach, sagt er, und hat bereits den Termin der nächsten Tagung notiert. Auch Anders Lindseth, ein Hochschullehrer aus Norwegen mit langjähriger Erfahrung als philosophischer Praktiker, kommt regelmäßig. Aber manche sind keine philosophischen Praktiker, sie kommen einfach hierher, weil es philosophische Gespräche gibt; sie wären gewissermaßen die Kunden der philosophischen Praktiker und in diesem Sinn kann man sagen, dass es sich nicht um Tagungen philosophischer Praktiker handelt, sondern dass vielmehr philosophische Praxis hier stattfindet. Und zwar, wie der Schweizer Philosoph Johannes Gasser urteilt, auf hohem Niveau. Da sich die Kongresse, wie sie etwa die „Deutsche Gesellschaft für Philosophie“ organisiert, an akademische Philosophen wendet, entwickelt sich die Tagung der IGPP zu einem offenen Ort des Philosophierens für Leute, die einmal Philosophie studiert haben und ein freies, von den Geltungszwängen der akademischen Philosophie freies Gespräch suchen. Diese Tagung bietet denn auch die Möglichkeit zu philosophieren, ohne dass man ständig mit dem „neuesten Stand der Forschung" konfrontiert wird und sich blamiert, wenn man diesen nicht kennt. Aber man tauscht sich auch aus über das, was man gerade macht [62] oder gemacht hat. Das eine widerspricht dem anderen nicht.
Ein spiritus rector des Ganzen ist der Theologe und Psychotherapeut Thomas Polednitschek aus Münster, der pointiert Philosophische Praxis nicht als Beratung, sondern als „Widerstand“ versteht. Auf der anderen Seite des intellektuellen Spektrums steht ebenfalls eine Theologin, die Unternehmen „Wertberatung“ anbietet. Das bedeutet aber nicht Beratung der Unternehmen darüber, welche Werte diese übernehmen sollten, sondern vielmehr darüber, wie sich bereits bestehenden moralischen Grundsätze innerbetrieblich umsetzen lassen, wozu u.a. Motivation der Mitarbeiter gehört. Dabei wird kein Unterschied mehr zwischen Ethik und Moral gemacht, und entsprechend wurde die Frage nach der Rechtfertigung solcher moralischer Grundsätze, also die eigentliche philosophische Frage, von der Referentin nicht verstanden. Diese versteht sich denn auch explizit nicht als Philosophin, sondern als „Ethikerin“.
Polednitschek wird zwar als intellektueller Anreger, aber auch als Stachel erlebt: die meisten verstehen philosophische Praxis eher als Beratung. Wobei die Spannweite groß ist: Sie geht von der Einzelberatung über Reisen mit Gruppen, Anbieten von Kursen bis hin zu Firmenberatung.
Tolerant ist man auch hinsichtlich der Vortragenden: Wer vortragen und aus seiner Erfahrung berichten oder philosophische Fragen erörtern will, meldet dies an. Und fällt der Vortrag aus dem Rahmen, hört man geduldig bis zum Ende mit. Auch gibt es keine harte Kritik, wie sie im akademischen Rahmen üblich ist. Man nimmt alles als Anregung auf. Wobei speziell unternehmerische Themen (an denen auch die Existenzgründungen in der Regel scheitern), wie Kundenwerbung oder unternehmerische Strate [63] gien, zum Leidwesen einiger Teilnehmer nicht behandelt oder gar tabuisiert werden. Irgendwie hat man das Problem, dass Praktiker Geldverdienen als etwas dem Geist Abträgliches, gar etwas Schmutziges zu betrachten scheinen.
Es gibt auch keine dominierende Hintergrundposition, vielmehr nimmt man auf die verschiedensten Klassiker Bezug, oft auf französische Philosophen, von Lacan zu Foucault und Levinas bis Derrida.
...Thomas Gutknecht, der von der Theologie her zur philosophischen Praxis kam und seither Präsident der Gesellschaft ist: Es ist seiner zurückhaltenden und für alles offenen Art zu verdanken, dass sich viele unterschiedliche Geister hier versammeln und sich wohl fühlen. So freut man sich beim Abschiednehmen bereits auf das Wiedersehen im nächsten Jahr.
Artikel von Peter Moser – in: Information Philosophie 1 (2010), S. 61 – 64) gekürzt
tagung igpp 2009
Man kennt sich und begrüßt einander freundlich. Alle sind per Du und auch beim Neuankömmling geht man schnell zum Du über. Und man wird herzlich aufgenommen. Intellektuelle oder akademische Hierarchien kennt man hier nicht, jede Wortmeldung wird als gleich wichtig gewertet. Dadurch, dass die meisten im Fach Philosophie abgeschlossen haben, ist dennoch ein relativ hohes Niveau gewährleistet. Aber da kein Anlass besteht, sich zu profilieren und niemand von den anderen in irgendeiner Form abhängig ist, hat man hier die Möglichkeit, sich [61] im zwanglosen philosophischen Gespräch auszutauschen. Und dadurch, dass man das Hotel /hier philosophierten schon Marx und Engels/ mit Vollpension gebucht hat und man auch während den Mahlzeiten zusammen ist, kennen sich bis zum Schluss fast alle persönlich.
So kommen die Mitglieder der Gesellschaft alljährlich im Herbst zu diesem Treffen der „Internationalen Philosophischen Gesellschaft für Philosophische Praxis“, die eigentlich eine deutsche Gesellschaft ist, und die Zahl der Teilnehmer wächst von Jahr zu Jahr. Letztes Jahr waren es an die siebzig Personen, die sich in Wuppertal trafen.
Man könnte vielleicht glauben, dass sich hier Personen mit dem Beruf des philosophischen Praktikers treffen. Das ist zwar nicht ganz falsch, aber irreführend. Man müsste vielleicht besser sagen, alle haben die Berufung, philosophische Praktiker zu sein. Der Begriff Philosophische Praxis hat sich denn auch in den letzten Jahren gewandelt. Verstand man früher im Sinne des Gründers Achenbach darunter noch Einzelberatung, so wird heute philosophische Praxis weit gefasst.
Philosophische Einzelberatung ist zwar noch immer das, was die meisten gerne machen würden, aber viele, auch wenn sie das seit Jahren tun, sind von den Möglichkeiten eher enttäuscht und davon leben kann kein einziger. Mit dem berühmten sokratischen Nichtwissen hat man auf dem Beratungsmarkt schlechte Chancen. Er habe einige misslungene Gespräche hinter sich, sagt mir jemand, der früher Arzt war, dann Philosophie studiert hat und sich jetzt nach dem eigentlichen Erwerbsleben als Praktiker versucht. Alle haben andere Hauptberufe, wenn sie nicht Rentner oder Hausfrau/-mann sind, verschiedene andere Berufe, meist Lehrer oder ein anderer Beratungsberuf. Eigentlich ist ja das Projekt Philosophische Praxis als Berufsform, das es nun bereits seit dreißig Jahren gibt, gescheitert. Aber niemand will das eingestehen. Die Tagung dient denn auch dem Zweck, einander Mut zu machen, dass es irgendwann schon gehen wird, dass der Markt philosophische Praktiker braucht (aber das noch nicht weiß).
Einer der Besucher ist Gymnasiallehrer für Philosophie in Barcelona und führt nebenbei eine philosophische Praxis. Er kommt jedes Jahr von Spanien nach Deutschland zur Tagung. Er brauche das einfach, sagt er, und hat bereits den Termin der nächsten Tagung notiert. Auch Anders Lindseth, ein Hochschullehrer aus Norwegen mit langjähriger Erfahrung als philosophischer Praktiker, kommt regelmäßig. Aber manche sind keine philosophischen Praktiker, sie kommen einfach hierher, weil es philosophische Gespräche gibt; sie wären gewissermaßen die Kunden der philosophischen Praktiker und in diesem Sinn kann man sagen, dass es sich nicht um Tagungen philosophischer Praktiker handelt, sondern dass vielmehr philosophische Praxis hier stattfindet. Und zwar, wie der Schweizer Philosoph Johannes Gasser urteilt, auf hohem Niveau. Da sich die Kongresse, wie sie etwa die „Deutsche Gesellschaft für Philosophie“ organisiert, an akademische Philosophen wendet, entwickelt sich die Tagung der IGPP zu einem offenen Ort des Philosophierens für Leute, die einmal Philosophie studiert haben und ein freies, von den Geltungszwängen der akademischen Philosophie freies Gespräch suchen. Diese Tagung bietet denn auch die Möglichkeit zu philosophieren, ohne dass man ständig mit dem „neuesten Stand der Forschung" konfrontiert wird und sich blamiert, wenn man diesen nicht kennt. Aber man tauscht sich auch aus über das, was man gerade macht [62] oder gemacht hat. Das eine widerspricht dem anderen nicht.
Ein spiritus rector des Ganzen ist der Theologe und Psychotherapeut Thomas Polednitschek aus Münster, der pointiert Philosophische Praxis nicht als Beratung, sondern als „Widerstand“ versteht. Auf der anderen Seite des intellektuellen Spektrums steht ebenfalls eine Theologin, die Unternehmen „Wertberatung“ anbietet. Das bedeutet aber nicht Beratung der Unternehmen darüber, welche Werte diese übernehmen sollten, sondern vielmehr darüber, wie sich bereits bestehenden moralischen Grundsätze innerbetrieblich umsetzen lassen, wozu u.a. Motivation der Mitarbeiter gehört. Dabei wird kein Unterschied mehr zwischen Ethik und Moral gemacht, und entsprechend wurde die Frage nach der Rechtfertigung solcher moralischer Grundsätze, also die eigentliche philosophische Frage, von der Referentin nicht verstanden. Diese versteht sich denn auch explizit nicht als Philosophin, sondern als „Ethikerin“.
Polednitschek wird zwar als intellektueller Anreger, aber auch als Stachel erlebt: die meisten verstehen philosophische Praxis eher als Beratung. Wobei die Spannweite groß ist: Sie geht von der Einzelberatung über Reisen mit Gruppen, Anbieten von Kursen bis hin zu Firmenberatung.
Tolerant ist man auch hinsichtlich der Vortragenden: Wer vortragen und aus seiner Erfahrung berichten oder philosophische Fragen erörtern will, meldet dies an. Und fällt der Vortrag aus dem Rahmen, hört man geduldig bis zum Ende mit. Auch gibt es keine harte Kritik, wie sie im akademischen Rahmen üblich ist. Man nimmt alles als Anregung auf. Wobei speziell unternehmerische Themen (an denen auch die Existenzgründungen in der Regel scheitern), wie Kundenwerbung oder unternehmerische Strate [63] gien, zum Leidwesen einiger Teilnehmer nicht behandelt oder gar tabuisiert werden. Irgendwie hat man das Problem, dass Praktiker Geldverdienen als etwas dem Geist Abträgliches, gar etwas Schmutziges zu betrachten scheinen.
Es gibt auch keine dominierende Hintergrundposition, vielmehr nimmt man auf die verschiedensten Klassiker Bezug, oft auf französische Philosophen, von Lacan zu Foucault und Levinas bis Derrida.
...Thomas Gutknecht, der von der Theologie her zur philosophischen Praxis kam und seither Präsident der Gesellschaft ist: Es ist seiner zurückhaltenden und für alles offenen Art zu verdanken, dass sich viele unterschiedliche Geister hier versammeln und sich wohl fühlen. So freut man sich beim Abschiednehmen bereits auf das Wiedersehen im nächsten Jahr.
Artikel von Peter Moser – in: Information Philosophie 1 (2010), S. 61 – 64) gekürzt
Freitag, 13. August 2010
Sonntag, 18. Juli 2010
Was ist "Philosophische Lebensberatung" ?
MORITZ GIROLSTEIN (Uni Gießen)
Philosophische Lebensberatung in der Gegenwart
Gliederung
I. Einleitung
II. IGPP - Internationale Gesellschaft für Philosophische Praxis
III. Theorien und Methoden
IV. Philosophische Praxis in Deutschland
V. Philosophische Beratung am Beispiel Roland Neyerlin
VI. Philosophische Beratung am Beispiel Bernadette Hagenbuch
VII. Schweizer Fernsehen: Sternstunde Philosophie (27.06.2010)
Philosophische Lebensberatung
in der Gegenwart
1981 eröffnet Gerd B. Achenbach eine erste >>Philosophische Praxis<<
in der Nähe von Köln/Bonn
(er prägte den Begriff, heute sind die Bezeichnungen „Philosophische Praktiker / philosophische Berater“ in Gebrauch)
Zeitgleich Praxeneröffnungen in USA,
‘philosophical counseling/counselor’ im anglo-amerikanischen Raum
"Philosophische Praxis" als Versuch, das reiche Potential der Philosophiegeschichte für die Beratung von Individuen fruchtbar zu machen
relativ junge, Anfang der 80er in Deutschland von Achenbach wiederbelebte Idee
Rasche Verbreitung, inzwischen auch mit internationaler Ausbreitungstendenz
Nationale Verbände für Philosophische Praxis gibt es mittlerweile in Frankreich, Holland, Israel, Kanada, Irland, Osteuropa und den USA
Internationale Gesellschaft für Philosophische Praxis
1982 gegründet als „Gesellschaft für Philosophische Praxis“, 1998 in "IGPP" umbenannt
Arbeit an Theorie + Praxis des Philosophischen Praktizierens
Plattform, Netzwerk und Ort für kollegialen Austausch philosophischer Praktiker
Organ für Koordination + Kooperation der Arbeit in nationalen Gesellschaften für Philosophische Praxis.
eingetragener Verein, verfolgt ausschließlich gemeinnützige Ziele
2/3 deutsche Mitglieder, 1/3 Mitglieder aus ganz Europa, Südkorea, Nordamerika, Australien etc.
IGPP: 170 Einzelmitglieder + verschiedene Vereine
1. Internationale Konferenz :
1994 in Vancouver: Abgrenzung von der Psychotherapie viel Aufmerksamkeit eingeräumt
3. Internationale Konferenz :
1997 in New York. Theoriebildung Philosophischer Praxis und ihre Umsetzung in der Einzelberatung
10. Internationale Konferenz:
August 2010 in Holland: “Experience in Philosophical Practice”
Internationale Gesellschaft für Philosophische Praxis
Selbstverständnis:
keine Aufforderung zu speziellem Konzept Philosophischer Praxis
Phil. Praxis als vernünftiger aber noch zu entwickelnder + zu klärender Inhalt
Phil. Praxis nicht reduzierbar auf Lebensberatung
verbunden mit Aufklärung, selbstkritischer Vernünftigkeit, Reflexion
findet Anfänge setzende Ausprägung in „Lebensform“ der Praktizierenden
„Philosophische Praxis“ unterliegt nicht der Definitionsmacht einzelner, auch nicht einer Gesellschaft –
weder von den Anfängen her noch heute
„Philosophische Praxis“ will Menschen mit allen Fähigkeiten dienen, die mit Freiheit + Vernünftigkeit kompatibel sind
niemanden beschädigen, behindern, entmündigen, isolieren oder entsolidarisieren
kritische Diskussion der persönlich zu gestaltenden Praxisformen
IGPP weder ein Berufsverband noch eine autorisierte Anstalt zur Ausbildung und Zertifizierung
Theorien und Methoden
Anfangs kaum theoretische Konzepte und Orientierungen
teilweise explizite Ablehnung von Konzepten und Modellen
philosophische Praxis als persönlicher + individueller Versuch,
Einengungen und Begrenzungen vorgegebener Theorien zu entgehen
Beschreibung des Vorgehens ist hier oft relativ vage und unbestimmt
philosophische Beratung als Beratungspraxis nach eigenem Entwurf
eine Art des „freien Philosophierens“
Methode dann hauptsächlich abhängig von:
Persönlichkeit des Beraters
Bildungsgeschichte und
Hintergrundwissen
persönlichen Erfahrungen im Sinne der eigenen Lebenspraxis
kommunikativen Fähigkeiten
Zu Grunde liegende „Theorien“ als Allgemeine Prinzipien konstruktiver Kommunikation
Methoden die Berater anwendet stehen „Instrumente“ auch Klienten zur Verfügung
soll Fähigkeit der „Selbstberatung“ entwickeln
Betrachtung von Klient als einen philosophierenden Menschen
Wissensvorsprung dazu einsetzen ihm bessere Mittel + Instrumente, evtl. Inhalte + Sichtweisen/Perspektiven an die Hand zu geben
damit dieser sie zu eigener Reflexion anwenden kann
„Methodische Instrumente“ nach Raabe (2001):
Begründungen geben
Schlussfolgerungen durchführen
Argumente einschätzen
Verallgemeinerungen + Analogien benutzen
Annahmen in Frage stellen + rechtfertigen
nach Konsistenz streben
Unterscheidungen und Verbindungen herstellen
Hypothesen formulieren und prüfen
Beispiele und Gegenbeispiele anbieten
andere Menschen und ihre Sichtweise respektieren
u.v.m….
Die bisherigen Texte zur philosophischen Beratung sind meist Praxisberichte (kollegialer Austausch)
Bezug auf Ansätze anderer Praktiker ist eher die Ausnahme als die Regel
Umfassendere Theoriebildung auf Basis des bisher vorgelegten Erfahrungsmaterials?
Die ersten inzwischen vorgelegten umfangreicheren Arbeiten sind teils im akademischen Umfeld entstanden (siehe: Ruschmann)
Lou Marinoff: fünfstufiger Prozessverlauf: PEACE
Problem
Emotions
Analysis
Contemplation
Equilibrium
Breites Spektrum von Ansichten bezüglich Beziehung zu Klient:
Teilweise Negation des professionellen Charakters philosophischer Beratung
Achenbach:
Laien als denkbar beste philo. Berater
Hans Krämer: asymmetrische Beziehung, Kompetenz- und Erfahrungsgefälle
Anleitung zu und Belehrung über
mögliche Mittel im Beratungsprozess
(im Sinne der antiken „beratenden Philosophen“)
Aber: Wissens- + Erfahrungsvorsprung muss kein „Gefälle“ mit sich bringen!
Ratsuchender steht als Mensch gleichwertig neben dem professionellen Berater
Dieser stellt seine Zeit und seine philosophische Kompetenz zur Verfügung
Philosophische Praxis in Deutschland
Berufsverband für philosophische Praxis + IGPP
Zahl der Philosophischen Praktiker noch relativ klein
Deutlich mehr Websiten als wirklich florierende Praxen
Etwa 50 gut laufende Praxen in Deutschland
Davon 10 , die sich ausschließlich durch philosophische Praxis finanzieren
Viele üben neben Beratertätigkeit einen anderen 1. Beruf aus, um den Lebensunterhalt zu sichern
(Lehrer, Therapeut, Programmierer, Kurse, Seminare etc.)
Ursprünglich Lebensberatung, mittlerweile viele verschiedene Tätigkeiten
Philosophische Beratung noch weit davon entfernt, eine bemerkbare Rolle im Feld der Beratung einzunehmen
Aber: Tendenz steigend
Roland Neyerlin Als Philosoph auf der Walz
Lebenslauf:
1952 Geburt in Laufen
1975 Primarlehrdiplom in Luzern
1980 Heilpädagogisches Seminar Zürich (Diplom)
Mehrjährige Tätigkeit als Primarlehrer und Heilpädagoge
Studium der Philosophie und Theologie in Luzern und Berlin
1990 Lizentiat an der Theologische Fakultät Luzern
seit 1988 Philosophielehrer und SchülerInnen-Berater am Gymnasium Immensee
Mitglied des Schweizerischen Presserates
Mitglied der Schulpflege der Stadt Luzern
Mitinhaber einer Philosophischen Praxis in Luzern
Seit acht Jahren Betreiber einer Mobilen Philosophischen Praxis
“ständig auf der Walz“: geht zum Philosophieren zu den Menschen
Philosophieren vollzieht sich überall dort, wo Menschen arbeiten, lernen, lieben, feiern und auch sterben
Praxis (griechisch: Handlung) Wo gehandelt (nicht behandelt!) wird, ereignet sich Philosophische Praxis
Handlung ist das Gespräch, das Philosophieren selbst
Philosophiert in Schulklassen, Unternehmen, Küchen, Ateliers, Kirchen, Alters- und Pflegeheimen, Spitälern oder Restaurants,
„Philosophische Praxis = Weg-Erfahrung“
Am dringlichsten beschäftigen die Menschen, zu denen er kommt, Fragen der Orientierung
Siehe auch: Roland Neyerlin Als Philosoph auf der Walz, in: Roth/Staude (Hg.), Das OrientierungsLos. Philosophische Praxis unterwegs, Konstanz 2010, 21-28
Will kein Lotse sein, der sicher durch unsichere Gewässer führt
verweigert sich bewusst als Orientierungs- und
Sinn-Überbringer
Qualität eines Beraters lässt sich am Grad seiner Bescheidenheit ablesen
philosophische Beratung: eigenes bescheidenes Wissen mit Wissen anderer zusammenzubringen + daraus Lernprozesse gestalten
dialogisch nach Erkenntnissen und Wegen suchen
Neuformulierung theoretischer Rahmenkonzepte für das gesellschaftliche Zusammenleben
als Einübung in eine gute Lebensführung
Philosophie nicht nur als Wissenschaft, sondern immer auch gelebte Technik der Lebensgestaltung
Bernadette Hagenbuch Philosophische Beratung als Orientierung in der Krise
Biographisches:
Ausbildung und mehrjährige Tätigkeit als Physiotherapeutin
Studium Geschichte und Philosophie in Basel
Tätigkeit als Bibliothekarin und Historikerin
3-jährige Ausbildung als Integrative Coach
Beratungstätigkeit seit 2006
Bernadette Hagenbuch, "Philosophische Beratung als Orientierung in der Krise", in: Roth/Staude (Hg.), Das OrientierungsLos, Konstanz 2010, 10-14. Siehe auch: Anette S. Fintz, "Die Kunst der Beratung", Bielefeld 2006
Philosophische Beratung als Raum, in dem Fragen, Zweifel und Nöte von Ratsuchenden Platz haben
Emotionen wie Angst, Wut, Verzweiflung und Unsicherheiten werden erst einmal gehört
1. Erster Schritt: Gespräch über momentane Lebenssituation
dialogischer Austausch mit Gegenüber
Formulieren der gegenwärtiger Probleme
2. Nächster Schritt: individuelle Situation auf allgemeine Gesichtspunkte hinterfragen
Drei Kriterien der Logotherapie sehr hilfreich:
der Mensch strebt grundlegend nach Sinn
hat Fähigkeit zu Selbstdistanz und
Selbsttranszendenz (Selbstüberschreitung)
3. Nächster Schritt:
Lösungsstrategien + Handlungsmöglichkeiten erarbeiten
Selbstverständliches wird hinterfragt
Wahrnehmungen, Gefühle, Vorstellungen werden transparent
es wird deutlich, dass diese wieder neu bestimmt werden können
- dies führt zu Unsicherheit
- es birgt die Möglichkeit zur Veränderung
Freiheit, das Leben eventuell in Aspekten neu auszurichten und Handlungsmuster zu verändern
Schweizer Fernsehen:
Sternstunde Philosophie
vom 27.06.2010 Martina Bernasconi , Roland Neyerlin
Quellen
Das OrientierungsLos: Philosophische Praxis unterwegs, Volkbert M Roth, Detlef Staude (September 2008, reprint 2010)
Philosophie und Beratung, Eckart Ruschmann, Das Handbuch der Beratung, Tübingen: dgvt-Verlag 2004
http://www.philosophischepraxis.de
http://www.michael-funken.de/information-philosophie/philosophie/praxisposi.html
http://www.igpp.org
http://www.philopraxis.ch
http://philopraxis-feigenblaetter.blogspot.com
Philosophische Lebensberatung in der Gegenwart
Gliederung
I. Einleitung
II. IGPP - Internationale Gesellschaft für Philosophische Praxis
III. Theorien und Methoden
IV. Philosophische Praxis in Deutschland
V. Philosophische Beratung am Beispiel Roland Neyerlin
VI. Philosophische Beratung am Beispiel Bernadette Hagenbuch
VII. Schweizer Fernsehen: Sternstunde Philosophie (27.06.2010)
Philosophische Lebensberatung
in der Gegenwart
1981 eröffnet Gerd B. Achenbach eine erste >>Philosophische Praxis<<
in der Nähe von Köln/Bonn
(er prägte den Begriff, heute sind die Bezeichnungen „Philosophische Praktiker / philosophische Berater“ in Gebrauch)
Zeitgleich Praxeneröffnungen in USA,
‘philosophical counseling/counselor’ im anglo-amerikanischen Raum
"Philosophische Praxis" als Versuch, das reiche Potential der Philosophiegeschichte für die Beratung von Individuen fruchtbar zu machen
relativ junge, Anfang der 80er in Deutschland von Achenbach wiederbelebte Idee
Rasche Verbreitung, inzwischen auch mit internationaler Ausbreitungstendenz
Nationale Verbände für Philosophische Praxis gibt es mittlerweile in Frankreich, Holland, Israel, Kanada, Irland, Osteuropa und den USA
Internationale Gesellschaft für Philosophische Praxis
1982 gegründet als „Gesellschaft für Philosophische Praxis“, 1998 in "IGPP" umbenannt
Arbeit an Theorie + Praxis des Philosophischen Praktizierens
Plattform, Netzwerk und Ort für kollegialen Austausch philosophischer Praktiker
Organ für Koordination + Kooperation der Arbeit in nationalen Gesellschaften für Philosophische Praxis.
eingetragener Verein, verfolgt ausschließlich gemeinnützige Ziele
2/3 deutsche Mitglieder, 1/3 Mitglieder aus ganz Europa, Südkorea, Nordamerika, Australien etc.
IGPP: 170 Einzelmitglieder + verschiedene Vereine
1. Internationale Konferenz :
1994 in Vancouver: Abgrenzung von der Psychotherapie viel Aufmerksamkeit eingeräumt
3. Internationale Konferenz :
1997 in New York. Theoriebildung Philosophischer Praxis und ihre Umsetzung in der Einzelberatung
10. Internationale Konferenz:
August 2010 in Holland: “Experience in Philosophical Practice”
Internationale Gesellschaft für Philosophische Praxis
Selbstverständnis:
keine Aufforderung zu speziellem Konzept Philosophischer Praxis
Phil. Praxis als vernünftiger aber noch zu entwickelnder + zu klärender Inhalt
Phil. Praxis nicht reduzierbar auf Lebensberatung
verbunden mit Aufklärung, selbstkritischer Vernünftigkeit, Reflexion
findet Anfänge setzende Ausprägung in „Lebensform“ der Praktizierenden
„Philosophische Praxis“ unterliegt nicht der Definitionsmacht einzelner, auch nicht einer Gesellschaft –
weder von den Anfängen her noch heute
„Philosophische Praxis“ will Menschen mit allen Fähigkeiten dienen, die mit Freiheit + Vernünftigkeit kompatibel sind
niemanden beschädigen, behindern, entmündigen, isolieren oder entsolidarisieren
kritische Diskussion der persönlich zu gestaltenden Praxisformen
IGPP weder ein Berufsverband noch eine autorisierte Anstalt zur Ausbildung und Zertifizierung
Theorien und Methoden
Anfangs kaum theoretische Konzepte und Orientierungen
teilweise explizite Ablehnung von Konzepten und Modellen
philosophische Praxis als persönlicher + individueller Versuch,
Einengungen und Begrenzungen vorgegebener Theorien zu entgehen
Beschreibung des Vorgehens ist hier oft relativ vage und unbestimmt
philosophische Beratung als Beratungspraxis nach eigenem Entwurf
eine Art des „freien Philosophierens“
Methode dann hauptsächlich abhängig von:
Persönlichkeit des Beraters
Bildungsgeschichte und
Hintergrundwissen
persönlichen Erfahrungen im Sinne der eigenen Lebenspraxis
kommunikativen Fähigkeiten
Zu Grunde liegende „Theorien“ als Allgemeine Prinzipien konstruktiver Kommunikation
Methoden die Berater anwendet stehen „Instrumente“ auch Klienten zur Verfügung
soll Fähigkeit der „Selbstberatung“ entwickeln
Betrachtung von Klient als einen philosophierenden Menschen
Wissensvorsprung dazu einsetzen ihm bessere Mittel + Instrumente, evtl. Inhalte + Sichtweisen/Perspektiven an die Hand zu geben
damit dieser sie zu eigener Reflexion anwenden kann
„Methodische Instrumente“ nach Raabe (2001):
Begründungen geben
Schlussfolgerungen durchführen
Argumente einschätzen
Verallgemeinerungen + Analogien benutzen
Annahmen in Frage stellen + rechtfertigen
nach Konsistenz streben
Unterscheidungen und Verbindungen herstellen
Hypothesen formulieren und prüfen
Beispiele und Gegenbeispiele anbieten
andere Menschen und ihre Sichtweise respektieren
u.v.m….
Die bisherigen Texte zur philosophischen Beratung sind meist Praxisberichte (kollegialer Austausch)
Bezug auf Ansätze anderer Praktiker ist eher die Ausnahme als die Regel
Umfassendere Theoriebildung auf Basis des bisher vorgelegten Erfahrungsmaterials?
Die ersten inzwischen vorgelegten umfangreicheren Arbeiten sind teils im akademischen Umfeld entstanden (siehe: Ruschmann)
Lou Marinoff: fünfstufiger Prozessverlauf: PEACE
Problem
Emotions
Analysis
Contemplation
Equilibrium
Breites Spektrum von Ansichten bezüglich Beziehung zu Klient:
Teilweise Negation des professionellen Charakters philosophischer Beratung
Achenbach:
Laien als denkbar beste philo. Berater
Hans Krämer: asymmetrische Beziehung, Kompetenz- und Erfahrungsgefälle
Anleitung zu und Belehrung über
mögliche Mittel im Beratungsprozess
(im Sinne der antiken „beratenden Philosophen“)
Aber: Wissens- + Erfahrungsvorsprung muss kein „Gefälle“ mit sich bringen!
Ratsuchender steht als Mensch gleichwertig neben dem professionellen Berater
Dieser stellt seine Zeit und seine philosophische Kompetenz zur Verfügung
Philosophische Praxis in Deutschland
Berufsverband für philosophische Praxis + IGPP
Zahl der Philosophischen Praktiker noch relativ klein
Deutlich mehr Websiten als wirklich florierende Praxen
Etwa 50 gut laufende Praxen in Deutschland
Davon 10 , die sich ausschließlich durch philosophische Praxis finanzieren
Viele üben neben Beratertätigkeit einen anderen 1. Beruf aus, um den Lebensunterhalt zu sichern
(Lehrer, Therapeut, Programmierer, Kurse, Seminare etc.)
Ursprünglich Lebensberatung, mittlerweile viele verschiedene Tätigkeiten
Philosophische Beratung noch weit davon entfernt, eine bemerkbare Rolle im Feld der Beratung einzunehmen
Aber: Tendenz steigend
Roland Neyerlin Als Philosoph auf der Walz
Lebenslauf:
1952 Geburt in Laufen
1975 Primarlehrdiplom in Luzern
1980 Heilpädagogisches Seminar Zürich (Diplom)
Mehrjährige Tätigkeit als Primarlehrer und Heilpädagoge
Studium der Philosophie und Theologie in Luzern und Berlin
1990 Lizentiat an der Theologische Fakultät Luzern
seit 1988 Philosophielehrer und SchülerInnen-Berater am Gymnasium Immensee
Mitglied des Schweizerischen Presserates
Mitglied der Schulpflege der Stadt Luzern
Mitinhaber einer Philosophischen Praxis in Luzern
Seit acht Jahren Betreiber einer Mobilen Philosophischen Praxis
“ständig auf der Walz“: geht zum Philosophieren zu den Menschen
Philosophieren vollzieht sich überall dort, wo Menschen arbeiten, lernen, lieben, feiern und auch sterben
Praxis (griechisch: Handlung) Wo gehandelt (nicht behandelt!) wird, ereignet sich Philosophische Praxis
Handlung ist das Gespräch, das Philosophieren selbst
Philosophiert in Schulklassen, Unternehmen, Küchen, Ateliers, Kirchen, Alters- und Pflegeheimen, Spitälern oder Restaurants,
„Philosophische Praxis = Weg-Erfahrung“
Am dringlichsten beschäftigen die Menschen, zu denen er kommt, Fragen der Orientierung
Siehe auch: Roland Neyerlin Als Philosoph auf der Walz, in: Roth/Staude (Hg.), Das OrientierungsLos. Philosophische Praxis unterwegs, Konstanz 2010, 21-28
Will kein Lotse sein, der sicher durch unsichere Gewässer führt
verweigert sich bewusst als Orientierungs- und
Sinn-Überbringer
Qualität eines Beraters lässt sich am Grad seiner Bescheidenheit ablesen
philosophische Beratung: eigenes bescheidenes Wissen mit Wissen anderer zusammenzubringen + daraus Lernprozesse gestalten
dialogisch nach Erkenntnissen und Wegen suchen
Neuformulierung theoretischer Rahmenkonzepte für das gesellschaftliche Zusammenleben
als Einübung in eine gute Lebensführung
Philosophie nicht nur als Wissenschaft, sondern immer auch gelebte Technik der Lebensgestaltung
Bernadette Hagenbuch Philosophische Beratung als Orientierung in der Krise
Biographisches:
Ausbildung und mehrjährige Tätigkeit als Physiotherapeutin
Studium Geschichte und Philosophie in Basel
Tätigkeit als Bibliothekarin und Historikerin
3-jährige Ausbildung als Integrative Coach
Beratungstätigkeit seit 2006
Bernadette Hagenbuch, "Philosophische Beratung als Orientierung in der Krise", in: Roth/Staude (Hg.), Das OrientierungsLos, Konstanz 2010, 10-14. Siehe auch: Anette S. Fintz, "Die Kunst der Beratung", Bielefeld 2006
Philosophische Beratung als Raum, in dem Fragen, Zweifel und Nöte von Ratsuchenden Platz haben
Emotionen wie Angst, Wut, Verzweiflung und Unsicherheiten werden erst einmal gehört
1. Erster Schritt: Gespräch über momentane Lebenssituation
dialogischer Austausch mit Gegenüber
Formulieren der gegenwärtiger Probleme
2. Nächster Schritt: individuelle Situation auf allgemeine Gesichtspunkte hinterfragen
Drei Kriterien der Logotherapie sehr hilfreich:
der Mensch strebt grundlegend nach Sinn
hat Fähigkeit zu Selbstdistanz und
Selbsttranszendenz (Selbstüberschreitung)
3. Nächster Schritt:
Lösungsstrategien + Handlungsmöglichkeiten erarbeiten
Selbstverständliches wird hinterfragt
Wahrnehmungen, Gefühle, Vorstellungen werden transparent
es wird deutlich, dass diese wieder neu bestimmt werden können
- dies führt zu Unsicherheit
- es birgt die Möglichkeit zur Veränderung
Freiheit, das Leben eventuell in Aspekten neu auszurichten und Handlungsmuster zu verändern
Schweizer Fernsehen:
Sternstunde Philosophie
vom 27.06.2010 Martina Bernasconi , Roland Neyerlin
Quellen
Das OrientierungsLos: Philosophische Praxis unterwegs, Volkbert M Roth, Detlef Staude (September 2008, reprint 2010)
Philosophie und Beratung, Eckart Ruschmann, Das Handbuch der Beratung, Tübingen: dgvt-Verlag 2004
http://www.philosophischepraxis.de
http://www.michael-funken.de/information-philosophie/philosophie/praxisposi.html
http://www.igpp.org
http://www.philopraxis.ch
http://philopraxis-feigenblaetter.blogspot.com
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Neyerlin,
Roth/Staude
Mittwoch, 14. Juli 2010
DasOrientierungsLos
Die Hardcover - Version ist vergriffen. Es läuft der Nachdruck als softcover.
In der "Sternstunde Philosophie" 27.06.2010 war aus dem Beitrag PHILOSOPH AUF DER WALZ von Roland Neyerlin zitiert worden. Ab FR lässt sich das wieder im Zusammenhang lesen.
SinnPraxis@gmail.com
In der "Sternstunde Philosophie" 27.06.2010 war aus dem Beitrag PHILOSOPH AUF DER WALZ von Roland Neyerlin zitiert worden. Ab FR lässt sich das wieder im Zusammenhang lesen.
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Montag, 28. Juni 2010
Philosophische Reise SEPTEMBER
www.philosophischeveranstaltungen.de/month.php?month=9&sid=dadd75543cb81b68558d934c4958670a&year=2010&
Baden, istrische Küche, Philosophieren
Ausgangstexte:
Peter Sloterdijk, Philosophische Temperamente, 2009
V.M.Roth (Hg.), Leben ändern? Wir üben,
Konstanz 2010 (Stichworte und Verweise)
SinnPraxis@gmail.com
Übernachtung: Mario und Biserka Butschitsch 00385 51 290199
(Man fährt nach OPATIJA und dann lungo mare 25 km nach SÜD)
Baden, istrische Küche, Philosophieren
Ausgangstexte:
Peter Sloterdijk, Philosophische Temperamente, 2009
V.M.Roth (Hg.), Leben ändern? Wir üben,
Konstanz 2010 (Stichworte und Verweise)
SinnPraxis@gmail.com
Übernachtung: Mario und Biserka Butschitsch 00385 51 290199
(Man fährt nach OPATIJA und dann lungo mare 25 km nach SÜD)
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Sloterdijk
Sonntag, 27. Juni 2010
Was ist "Philosophische Praxis"?
Sternstunde Philosophie: Denken fürs Leben – Philosophische Praxis. Martina Bernasconi und Roland Neyerlin im aufschlussreichen Gespräch mit Norbert Bischofberger, aufgezeichnet im Juni 2010, sf1.
Martina Bernasconi hat die Denkpraxis in Basel.
Roland Neyerlin ist philosophisch unterwegs in und um Luzern, siehe: Als Philosoph auf der Walz, in: Roth / Staude (hg.) für philopraxis.ch, Philosophische Praxis unterwegs Das OrientierungsLos, Konstanz 2008, 2010: Taschenbuch S. 21ff .
"Philosophische Praxis ist Nachdenken, Welt- und Selbstbesinnung in Dialogform", sagt Roland Neyerlin, Philosoph in eigener Praxis in Luzern. . Was aber passiert in einer philosophischen Praxis konkret? Und kann man von einer Denkpraxis leben? Was unterscheidet eine philosophische von einer psychologischen Beratung? . In der "Sternstunde Philosophie" erzählen Martina Bernasconi und Roland Neyerlin von ihren vielfältigen Erfahrungen in ihren philosophischen Praxen und der Bedeutung der Philosophie für den Alltag der Menschen.
Literaturtipps: - Daniel Brandt: "Philosophische Praxis. Ihr Begriff und Ihre Stellung zu den Psychotherapien". Verlag Karl Arber, Freiburg 2010. - Volkbert M. Roth und Detlef Staude (Herausgeber): "Das OrientierungsLos - Philosophische Praxis unterwegs". Hartung Gorre Verlag, Konstanz 2008/2010. - Detlef Staude (Herausgeber): "Lebendiges Philosophieren. Philosophische Praxis im Alltag". Verlag transcript, Bielefeld 2005. - Detlef Staude (Herausgeber): "Methoden Philosophischer Praxis. Handbuch", erscheint im OKT 2010 bei transcript
Martina Bernasconi hat die Denkpraxis in Basel.
Roland Neyerlin ist philosophisch unterwegs in und um Luzern, siehe: Als Philosoph auf der Walz, in: Roth / Staude (hg.) für philopraxis.ch, Philosophische Praxis unterwegs Das OrientierungsLos, Konstanz 2008, 2010: Taschenbuch S. 21ff .
"Philosophische Praxis ist Nachdenken, Welt- und Selbstbesinnung in Dialogform", sagt Roland Neyerlin, Philosoph in eigener Praxis in Luzern. . Was aber passiert in einer philosophischen Praxis konkret? Und kann man von einer Denkpraxis leben? Was unterscheidet eine philosophische von einer psychologischen Beratung? . In der "Sternstunde Philosophie" erzählen Martina Bernasconi und Roland Neyerlin von ihren vielfältigen Erfahrungen in ihren philosophischen Praxen und der Bedeutung der Philosophie für den Alltag der Menschen.
Literaturtipps: - Daniel Brandt: "Philosophische Praxis. Ihr Begriff und Ihre Stellung zu den Psychotherapien". Verlag Karl Arber, Freiburg 2010. - Volkbert M. Roth und Detlef Staude (Herausgeber): "Das OrientierungsLos - Philosophische Praxis unterwegs". Hartung Gorre Verlag, Konstanz 2008/2010. - Detlef Staude (Herausgeber): "Lebendiges Philosophieren. Philosophische Praxis im Alltag". Verlag transcript, Bielefeld 2005. - Detlef Staude (Herausgeber): "Methoden Philosophischer Praxis. Handbuch", erscheint im OKT 2010 bei transcript
Dienstag, 22. Juni 2010
cAFÉpHILO STREIFLICHT

skizziert wurden Gedanken aus : Thomas Mastronardis WAS MIR FEHLT bei Sloterdijk,
in: Leben ändern? WIR ÜBEN, Volkbert M. Roth (Hg.), Philosophische Praxis 2, Konstanz 2010. Der Herausgeber tönte eingangs Wolf Biermanns "Verzauberte Hexen" und warf Streiflichter auf Peter Sloterdijks Stichworte zur globalen Situation im Sinne der Zürcher Rede, Jan. 2010 und "Du mußt dein Leben ändern. Über Anthropotechnik" 2009. Es kam zu einer lebhaften alltagsphilosophischen Debatte. www.alte-schmiede.ch/ Die Kulturwerkstatt wurde zur GedankenSchmiede.
Die angekündigte Gegenüberstellung von Sloterdijks Hierarchiedenker Jakob und der istrischen Medea wurde auf ein andermal verschoben. Das letzte Bild des movies zeigt den nach Medeas "geschlachtetem" Bruder benannten Archipel der Apsyrtiden, hier CRES. Hinweis auf eine Philosophische Woche von Karin Petrovic in der WWW.Villa-Bicikleta.de im Oktober 2010.
Mittwoch, 5. Mai 2010
Maria Eitziger, Philosophieren mit Kindern
www.philopraxis.ch/wcms/ftp//p/philopraxis.ch/uploads/philopaidia.pdf"
Dort findet sich eine Rezension.
Dort findet sich eine Rezension.
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